Steht eine Reduzierung der Wertpapierkäufe der Fed kurz bevor?
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Steht eine Reduzierung der Wertpapierkäufe der Fed kurz bevor?

Flash boursier vom 23.08.2021

Das Wichtigste in Kürze

 USD/CHFEUR/CHFSMIEURO STOXX 50DAX 30CAC 40FTSE 100S&P 500NASDAQNIKKEIMSCI Emerging Markets
Letzter Stand0.921.0712'415.664'147.5015'808.046'626.117'087.904'441.6714'714.6627'013.251'220.78
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(Daten vom Freitag vor der Publikation)

 

Die Finanzmärkte haben nach der Veröffentlichung des Protokolls der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed und der Erklärung der chinesischen Regierung eine bewegte Woche hinter sich.

Die US-Notenbank Fed hat begonnen, den Markt auf eine mögliche Reduzierung ihrer Wertpapierkäufe vorzubereiten, die zurzeit noch bei 120 Milliarden Dollar monatlich liegen. Mit einem Abbau des Umfangs dieser Käufe ist noch in diesem Jahr zu rechnen, da die Erreichung der drei Ziele der Fed - Wachstumserholung, Inflation von 2% und Verbesserung der Lage auf dem US-Arbeitsmarkt - in die Nähe rückt. Bei der Inflation ist das Ziel mehr als erreicht worden, und der Arbeitsmarkt normalisiert sich rasch. Es ist offensichtlich, dass sich die Anleger weitgehend an die unsichtbare Hand gewöhnt haben, welche die Anleihen- und Aktienmärkte seit nahezu 10 Jahren über den «Fed-Put» stützt.

Die Aussicht auf einen Ausstieg aus der Politik der Wertpapierkäufe ist ein Faktor, der an den Märkten zu einer etwas höheren Volatilität und Ungewissheit führen kann, was den Anlegern natürlich nicht behagt. Obwohl die aktuelle Situation als komfortabel empfunden wird, sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass eine Zentralbank, welche die von ihrer Regierung emittierten Anleihen aufkauft, eine Marktanomalie darstellt. Es ist eine ausserordentliche Massnahme, die nicht von Dauer sein kann, wenn sich die Wirtschaftsbedingungen, welche ebendiese Massnahme rechtfertigten, wieder normalisiert haben. Obwohl der Ausstieg aus dieser Politik nicht auf einen Schlag erfolgen wird, ist dieser geldpolitische Kurswechsel insofern ein positiver Faktor, da er signalisiert, dass sich der «Patient» (die US-Wirtschaft) gut erholt und nicht mehr länger am Tropf der Zentralbank hängen muss.

Auf der anderen Seite hat China seine Ankündigungen fortgesetzt, die in Bezug auf die Auswirkungen auf die Märkte mit den Tweets des früheren US-Präsidenten Donald Trump vergleichbar sind. Diese Woche liess die kommunistische Partei verlauten, die als exzessiv betrachteten Unternehmensgewinne strenger zu regulieren und forderte die Unternehmer dazu auf, mehr an die Gesellschaft «zurückzugeben», um eine bessere Wohlstandsverteilung zu gewährleisten.

In der Literatur werden zu grosse Ungleichheiten in der Tat als ein Faktor genannt, der eine Gesellschaft längerfristig destabilisieren kann. So weisen mehrere westliche Ökonomen seit Jahren darauf hin, dass die Ungleichheiten bei den Einkommen im Westen ein Ausmass angenommen haben, das letztmals in den 20er Jahren beobachtet wurde. Die Befürchtungen der chinesischen Regierung scheinen somit begründet, zumal eines ihrer wichtigsten Ziele darin besteht, die Lebensbedingungen der gesamten Bevölkerung zu verbessern. Dennoch steht bis anhin nicht fest, wie diese neuen Bestrebungen in der Realwirtschaft Chinas umgesetzt werden sollen. Auf jeden Fall hat die Ankündigung bereits zu einem Einbruch der Luxusgüteraktien geführt, da die entsprechenden Unternehmen in vielen Fällen über einen hohen Umsatzanteil in China verfügen. Wir verfolgen die weitere Entwicklung.

 

Luxusgüter sind ein gutes Geschäft

Die Erklärung der chinesischen Regierung von vergangenem Donnerstag zur Umverteilung des Reichtums sorgte für Turbulenzen bei den Luxusgütervaloren. Da wohlhabende Personen durch diese Ankündigung direkt betroffen sind, verkauften die Anleger Titel wie Richemont, Hermès, LVMH und andere Luxusgüterkonzerne in Massen. Auf dem Schweizer Markt resultierte ein Wochenverlust von 11,9% für Swatch und 13,8% für Richemont. 35-55% der Umsätze dieses Sektors werden in Asien erzielt, wobei der grösste Anteil auf China entfällt. Der chinesische Konsument trägt somit wesentlich zum Wachstum der Luxusgüterkonzerne bei. Im Geschäftsjahr 2020/21 realisierte Richemont, der führende Luxusgüterkonzern der Schweiz, 33% seines Umsatzes in China. Die Regulierungsmassnahmen der chinesischen Führung weckt Erinnerungen an die Anti-Korruptionskampagne von Xi Jinping im Jahr 2012, welche zu einer kräftigen Abschwächung des Uhrenmarktes führte, da die Chinesen es nicht mehr wagten, sich mit einer Luxusuhr am Handgelenk zu zeigen. Erst 2016 zogen die Uhrenexporte nach Festlandchina wieder nachhaltig an. Die Richemont-Aktie hatte zwischen 2013 und 2016 44% ihres Wertes verloren.

Die chinesische Regierung hat ein genaues Ziel vor Augen und beabsichtigt vor allem, Druck auf exzessiven Reichtum auszuüben, um eine gerechtere Wohlstandsverteilung zu gewährleisten. Wirtschaft und Wachstum werden aber weiterhin unterstützt. Der Luxusgütersektor war immer sehr dynamisch, was die kräftige Korrektur erklärt. Die Befürchtungen in Zusammenhang mit Covid-10 und einem Zinsanstieg könnten die Kurse weiter unter Druck setzen. Die Auswirkungen solcher politischer Schläge sind in der Regel von kurzer Dauer, aber ein systemischer Kurswechsel in China kann auch längerfristige Folgen haben, wie uns das Jahr 2012 vor Augen geführt hat. Der europäische Luxusgütersektor wurde bis anhin mit einer Prämie von 90% gegenüber dem MSCI Europe gehandelt, die historisch betrachtet jedoch bei rund 50% liegt. So machen diese Korrekturen die Luxusgütervaloren auf längere Sicht wieder attraktiv: Richemont hat 16% gegenüber dem Höchststand von 2021 eingebüsst, Swatch 23%.

 

Graph. 1.

 

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