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USD/CHF | EUR/CHF | SMI | EURO STOXX 50 | DAX 30 | CAC 40 | FTSE 100 | S&P 500 | NASDAQ | NIKKEI | MSCI Emerging Markets | |
Letzter Stand | 0.90 | 1.09 | 11'120.77 | 4'017.44 | 15'416.64 | 6'385.14 | 7'043.61 | 4'173.85 | 13'429.98 | 28'084.47 | 1'307.53 |
Trend | |||||||||||
%YTD | 1.85% | 1.22% | 3.90% | 13.08% | 12.38% | 15.02% | 9.03% | 11.12% | 4.20% | 2.33% | 1.26% |
(Daten vom Freitag vor der Publikation)
Die vergangene Woche war durch die Publikation der Inflationszahlen in den USA geprägt. Die Inflationsbefürchtungen waren durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und die Versorgungsschwierigkeiten bei bestimmten Produkten wieder in den Fokus gerückt. Die Publikation war eine böse Überraschung für die Aktienmärkte, da die Zahlen weit über den Erwartungen lagen.
Der Konsumentenpreisindex schnellte im April im Jahresvergleich um +4,2% in die Höhe, während die weniger volatile Kerninflation um +3% zulegte. Die stagnierenden US-Einzelhandelspreise im April und die Kapazitätsauslastung von 74,9% belegen jedoch, dass man von einer Überhitzung noch weit entfernt ist. Eine Erkenntnis, welche die Aktienkurse zum Ende der Woche unterstützte.
Der Inflationsschub ist weitgehend auf einen Basiseffekt gegenüber dem sehr tiefen Niveau vom April 2020 zurückzuführen. Gestiegen sind die Preise für Flugtickets und Hotelübernachtungen, während der Preisanstieg bei den Mieten und medizinischen Dienstleistungen, die weniger schnell reagieren und die Inflationserwartungen besser widerspiegeln, einen viel moderateren Anstieg verzeichneten, was zuversichtlich stimmt. In Deutschland und Europa zogen die Preisindizes um +2% an, was den Erwartungen entspricht.
Die eigentliche Frage lautet, ob diese Situation anhalten wird oder nicht. Dieses Dilemma hält die Anleger in Atem, aber eine wirkliche Antwort fehlt. Es gibt zweifellos einige vorübergehende Auswirkungen, die auf bestehende Verknappungen zurückzuführen sind, und andere Auswirkungen, die nachhaltiger sind, da das riesige US-Konjunkturpaket die globale Nachfrage anheizen wird.
Die Zentralbanken, sowohl die EZB als auch die US-Notenbank Fed, gehen von einem vorübergehenden Phänomen aus, das nur wenige Wochen anhalten wird. Ihr wichtigstes Argument lautet, dass die Vollbeschäftigung noch in weiter Ferne liegt. Die Währungshüter bleiben bei ihrem Statement, dass sie die ultralockere Geldpolitik beibehalten wollen. In den USA mehren sich jedoch die kritischen Stimmen gegenüber der Fed, die behaupten, die Notenbank liege einmal mehr hinter der Entwicklung der Renditekurve zurück. Wird die Notenbank demnächst zum sogenannten Tapering übergehen, das heisst zu einem kontinuierlichen Zurückfahren der geldpolitischen Stimulierung über eine Anhebung der Leitzinsen und eine Reduzierung der Wertpapierkäufe?
Am stärksten korrigiert hat der Technologiesektor. Die sogenannten Wachstumswerte stehen aufgrund ihrer hohen Bewertung mit den steigenden Langfristzinsen besonders stark unter Druck. Es konnte jedoch beobachtet werden, dass sich die Grossunternehmen, die Gewinne generieren, als resistenter erweisen. Im Übrigen wird der Sektor längerfristig durch die grosszügigen Investitionsprogramme unterstützt werden.
Zur Unterstützung der Aktienkurse haben die Grossunternehmen umfassende Aktienrückkaufspläne angekündigt. Aufgrund der hohen Cashbestände soll das Vorkrisenniveau in Europa um 25% überschritten werden. In den USA sollte sich die Gesamtsumme auf rund USD 500 Mrd. belaufen, dem höchsten Niveau seit 20 Jahren und 35% mehr als 2020.
Der berühmte chinesische Online-Händler hat seine Ergebnisse für das 4. Quartal seines Geschäftsjahres, das per Ende März 2021 abgeschlossen wurde, veröffentlicht. Alibaba verzeichnete erstmals seit 10 Jahren einen Verlust, der auf eine von den chinesischen Behörden auferlegte Busse wegen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung des Konzerns zurückzuführen ist.
Diese Strafe in der Höhe von USD 2,8 Mrd. entspricht 4% des Umsatzes der Gruppe im Geschäftsjahr 2019. Ohne die Busse, die geringer ausgefallen ist, als vom Markt erwartet, hätte ein Gewinnanstieg von 41% für die Periode resultiert. Das für das laufende Jahr in Aussicht gestellte Wachstum soll mindestens +30% betragen.
Ein Teil des vor kurzem verzeichneten Kursrückgangs von Alibaba ist auf die von der Regierung Ende 2020 verhinderter Börseneinführung von ANT zurückzuführen, die von Alibaba zu 33% gehalten wird. ANT verwaltet das Zahlungssystem von Alipay und ist in den Bereichen Konsumkredite und Vermögensverwaltung tätig. China möchte die Kontrolle über diesen Bereich wiedererlangen und beabsichtigt, ANT den Kapitalanforderungen zu unterstellen, die für chinesische Banken gelten, was das Expansionspotenzial von ANT entsprechend reduzieren würde. Zurzeit wird der Wert von ANT auf rund 150 Milliarden US-Dollar geschätzt, während der Gewinn des Unternehmens innerhalb eines Jahres um 50% zugenommen hat.
Mit einem P/E von rund 19 scheint der Titel angesichts des Wachstums von rund 20% pro Jahr zurzeit äusserst günstig bewertet. Charttechnisch betrachtet notiert der Titel nahe bei seiner langfristigen Unterstützung. Eine attraktive Aktie, die höchstwahrscheinlich zu stark abgestraft wurde.
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