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USD/CHF | EUR/CHF | SMI | EURO STOXX 50 | DAX 30 | CAC 40 | FTSE 100 | S&P 500 | NASDAQ | NIKKEI | MSCI Emerging Markets | |
Letzter Stand | 0.93 | 1.03 | 12'184.99 | 3'902.44 | 14'413.09 | 6'620.24 | 7'404.73 | 4'463.12 | 13'893.84 | 26'827.43 | 1'122.98 |
Trend | |||||||||||
%YTD | 2.15% | -0.73% | -5.36% | -9.21% | -9.27% | -7.45% | 0.27% | -6.36% | -11.19% | -6.82% | -8.85% |
(Daten vom Freitag vor der Publikation)
Die wichtigsten internationalen Börsenindizes, die eine zweiwöchige Erholungsphase hinter sich haben, wie zum Beispiel der Anstieg des Stoxx 600 auf das Niveau vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine, belegen einen gewissen Optimismus der Anleger im Hinblick auf die Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Die neue Einschätzung der mit dem Krieg verbundenen Risiken zeigt sich auch an der Abschwächung des Dollars gegenüber dem Euro (auf 1.10) und dem rückläufigen Goldpreis auf USS 1’900 pro Unze.
Besonders ausgeprägt war die Erholung des Finanz- und Technologiesektors, während die Erdölwerte Verluste verzeichneten. Im Weiteren versprachen die chinesischen Behörden, Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur Stabilisierung des Kapitalmarkts zu ergreifen, wodurch das Vertrauen wieder hergestellt wurde. Im Weiteren sollen substanzielle Erfolge bei den Gesprächen mit den US-Regulierungsbehörden über die regulatorischen Hürden in Zusammenhang mit den börsennotierten chinesischen Valoren erzielt worden sein. In der Folge kam es in der vergangenen Woche zu kräftigen Kursgewinnen von Internet-Valoren, die an der Wall Street kotiert sind, wie beispielsweise von Alibaba mit +34%.
Allerdings dürften die Auswirkungen auf die Wirtschaft angesichts der auf hohem Niveau verharrenden Energiepreise – der Fasspreis für Erdöl notiert erneut über der Marke von USD 110 – alles andere als vernachlässigbar sein, und die Befürchtungen einer Stagflation mehren sich. So könnten die Auswirkungen des Krieges auf die europäische Wirtschaft gemäss einzelnen Schätzungen bei -1,4% liegen, weit höher als die Prognosen der EZB von -0,6%.
Letztlich wird vieles von der Entwicklung der Rohstoffpreise und allfälligen fiskalpolitischen Massnahmen zur Abfederung dieses Preisschocks abhängen.
Für Besorgnis sorgt die Tatsache, dass sich der Unterschied zwischen dem langen und dem kurzen Ende der US-Renditekurve verringert und sich eine Inversion abzuzeichnen scheint. Dieser Indikator ist praktisch allen Rezessionen seit den 60er Jahren vorhergegangen. Dieser Trend vollzieht sich zu einem Zeitpunkt, in dem die US-Notenbank «hawkisher» wird und erstmals seit 2018 einen Zinserhöhungszyklus einleitet. Die Notenbank hat ihre Einschätzung der Teuerung deutlich geändert und rechnet nun mit einem Anstieg des Konsumentenpreisindexes von über 4% in diesem Jahr. J. Powell ist jedoch der Ansicht, dass es keine Anzeichen für die Entwicklung einer Lohn-Preis-Spirale gib. Im Weiteren rechnet er mit einer Abschwächung des BIP, aber nur auf rund 2,8%, und einer Arbeitslosenquote von 3,5% per Ende 2022.
Nach der Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte anlässlich der Sitzung vom 15. und 16. März sollen im laufenden Jahr weitere 6 Anhebungen um 25 Basispunkte erfolgen. Mit diesen Erhöhungen bestätigt die Fed lediglich die Markterwartungen, und selbst nach sieben Zinserhöhungen um 25 Basispunkte wird sie noch keine neutrale Geldpolitik erreicht haben. Wichtig ist vor allem, dass das BIP-Wachstum kräftig bleibt, auch wenn es sich verlangsamt. Die Konsumenten verfügen über ein beachtliches Polster an Ersparnissen und profitieren von Lohnerhöhungen.
Der Verlust des europäischen Stoxx 600 liegt ungeachtet des sehr guten Jahresbeginns mit dem Comeback der Value-Aktien, die auf dem europäischen Markt stark vertreten sind, bei über 6%. Die zu Beginn des Jahres verzeichneten Gewinne zunichte gemacht haben die anhaltend hohe Inflation und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine.
Die Bekämpfung der Inflation ist und bleibt eine Priorität für die Notenbanken. So hat die US-Notenbank Fed in der vergangenen Woche ihre erste Leitzinsanhebung vorgenommen, und die EZB schliesst eine Erhöhung noch vor Endes dieses Jahres nicht aus. Eine solche Massnahme wäre erneut positiv für Value-Aktien wie Bankwerte und würde dem europäischen Markt mit immerhin 17% Value-Werten im Index als Sprungbrett dienen. Im Gegensatz dazu beträgt der Anteil der Energie- und Bergbautitel, die seit Anfang Jahr im grünen Bereich liegen, nur 8%. Ebenfalls gute Stützen wären weniger ausgeprägte Volatilitäten und Credit Spreads sowie ein schwacher Euro.
Die Situation in der Ukraine bleibt jedoch der dominierende Faktor für die Finanzmärkte und beeinträchtigt die Eurozone. Die Anleger haben die Region erstmals seit Mai 2020 stark untergewichtet und wenden sich den USA zu. In der aktuell unsicheren geopolitischen Lage bieten die US-Aktien mit einem geringeren Russland-Exposure eine gewisse Resilienz. Der aktuelle Konflikt hat weitere Probleme mit sich gebracht, wie den rasanten Anstieg der Preise für Rohstoffe wie Öl, Gas oder Weizen, und hat Sektoren wie Verteidigung und Energie in den Fokus gerückt. Die europäischen Unternehmen sind durch diesen Preisanstieg direkt betroffen, während die US-Wirtschaft von ihrer Unabhängigkeit von russischem Erdöl sowie ihrem Engagement in Sektoren wie Verteidigung, Energie und Landwirtschaft profitiert.
Die aktuelle geopolitische Lage bedeutet eine grosse Unsicherheit für die Märkte, wobei die negativen Auswirkungen auf die Eurozone stärker sind. Um sich zu schützen, wenden sich die Anleger dem US-Markt zu. Für Europa ergibt sich jedoch eine Chance, seine Attraktivität wieder zu erlangen, sobald sich eine Entspannung des russisch-ukrainischen Konflikts abzeichnet und die Zinserhöhung durch die EZB konkreter wird.
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