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USD/CHF | EUR/CHF | SMI | EURO STOXX 50 | DAX 30 | CAC 40 | FTSE 100 | S&P 500 | NASDAQ | NIKKEI | MSCI Emerging Markets | |
Letzter Stand | 0.92 | 1.04 | 12'010.09 | 4'074.28 | 15'042.51 | 6'929.63 | 7'513.62 | 4'348.87 | 13'548.07 | 27'122.07 | 1'231.77 |
Trend | |||||||||||
%YTD | 1.03% | 0.60% | -6.72% | -5.21% | -5.30% | -3.12% | 1.75% | -8.76% | -13.40% | -5.80% | -0.02% |
(Daten vom Freitag vor der Publikation)
Die äusserst angespannte Lage an der Grenze der Ukraine und die sich weiter verbreitende Befürchtung einer russischen Invasion haben die Anleger vorsichtiger agieren lassen. Die wichtigsten Börsen haben die vergangene Woche, in der die Indizes je nach Nachrichtenlage mehrmals die Richtung wechselten, letztlich mit Verlusten beendet. Die stärksten Korrekturen verzeichneten zyklische Aktien sowie Technologie- und Finanzwerte, während sich traditionell defensive Konsumgüteraktien resistenter zeigten.
Die kurzfristigen Reaktionen der Finanzmärkte sind auf die Nachrichten in Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt zurückzuführen. Die Aussicht auf ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin sorgt am heutigen Montag für eine gewisse Beruhigung und verleiht den Börsen etwas Auftrieb. Die Nachfrage nach sicheren Häfen hat sich etwas abgeschwächt; der Preis für eine Unze Gold liegt wieder unter der Marke von USD 1900 und die Anleihenrenditen haben leicht angezogen. Auch der Ölpreis ist rückläufig.
Es ist mit einer weiteren volatilen Woche zu rechnen, die von neuen Nachrichten aus dem russisch-ukrainischen Grenzgebiet geprägt sein wird, welche die makroökonomischen Themen zurzeit in den Hintergrund drängen. In diesem Umfeld privilegieren wir nach wie vor Qualitätstitel und halten an unserer Untergewichtung der Anleihen fest.
Abgesehen von der geopolitischen Lage wird der Fokus in den kommenden Wochen weiterhin auf der Inflation und der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed im März liegen, bei der die erste Zinserhöhung ansteht. Aufgrund dieser Erwartung haben auch die Anleiherenditen in Europa angezogen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen liegt nun bei 0,21%. Es ist vor allem die Art und Weise und die Geschwindigkeit des Prozesses, die Sorgen bereiten und die Risikobereitschaft der Anleger beeinträchtigen. Die geldpolitische Straffung der US-Notenbank Fed wird auf Grundlage ihrer makroökonomischen Analyse erfolgen. James Bullard, der Präsident der Notenbank von St. Louis, rechnet mit einer Zinserhöhung um 100 Basispunkte bis Juli, aber er bleibt das «hawkischste» Fed-Mitglied. Der Abbau der Bilanzsumme, die sich seit dem Beginn der Pandemie mehr als verdoppelt hat, sollte Mitte Jahr einsetzen. Dieser Prozess wird damit beginnen, dass die Mittelrückflüsse aus den von der Fed gehaltenen Vermögenswerten, die in den nächsten zwei Jahren ab Juni fällig werden, nicht mehr reinvestiert werden; dabei handelt es sich um eine Summe von nahezu USD 1,8 Billionen.
Die US-Einzelhandelszahlen verzeichneten im Januar mit 3,8% einen Zuwachs, der weit über den Erwartungen liegt. Ohne den Transportbereich beträgt dieser 3,3%. Das Wachstum ist selbst inflationsbereinigt hoch. Der Umsatz liegt bereits 10% über dem Vorpandemie-Niveau. Diese eindrückliche Erholung zeigt, dass die Befürchtungen einer Wirtschaftsabschwächung zurzeit nicht gerechtfertigt sind.
Der Luxusgüterkonzern Hermès hat ein aussergewöhnlich gutes Jahr hinter sich. Er hat seine Finanzergebnisse aus der Zeit vor der Covid-19-Pandemie mit einem Umsatz von 9 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 2,45 Milliarden Euro, fast eine Milliarde mehr als 2019, übertroffen. Die operative Marge erreichte mit 39,3% einen Rekordwert. Der Umsatz stieg im vierten Quartal 2021 im Jahresvergleich bei konstanten Wechselkursen um 11% und verzeichnete damit eine schwächere Leistung als die Konkurrenz. Trotz der geld- und geopolitischen Unsicherheiten bestätigte der Konzern sein ehrgeiziges Ziel für das Umsatzwachstum.
Die Anleger zeigten sich jedoch verunsichert über die Wachstumsverlangsamung im vierten Quartal, was zu Gewinnmitnahmen führte. Da im Vorfeld bereits sehr gute Ergebnisse im Luxusgütersektor veröffentlicht wurden, beispielsweise von LVMH und Kering in Frankreich oder Richemont in der Schweiz, wurde die jüngste Dynamik als nicht ausreichend erachtet. Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 22% eingebüsst, nachdem sie im Jahr 2021 noch einen Sprung von 75% nach oben verzeichnet hatte.
Die Wachstumsverlangsamung bei Hermès ist jedoch weitgehend auf das nicht sehr effiziente Geschäftsmodell mit Kapazitätsengpässen zurückzuführen, und nicht so sehr auf eine schwache Nachfrage. Es ist der Mangel an den begehrtesten, handgefertigten Lederwaren, der den Verkauf tatsächlich ausgebremst hat. Die Auswirkungen dürften daher nur vorübergehend sein, da Hermès das Personal und die Produktionseinheiten aufstocken wird und langfristig mit einem volumenmässigen Anstieg von 6% pro Jahr in dieser Sparte rechnet.
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