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USD/CHF | EUR/CHF | SMI | EURO STOXX 50 | DAX 30 | CAC 40 | FTSE 100 | S&P 500 | NASDAQ | NIKKEI | MSCI Emerging MArkets | |
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Letzter Stand | 0.91 | 1.08 | 10'218.20 | 3'259.75 | 12'764.80 | 4'896.33 | 5'935.98 | 3'397.16 | 11'311.80 | 22'920.30 | 1'091.85 |
Trend | |||||||||||
%YTD | -5.79% | -0.94% | -3.76% | -12.96% | -3.65% | -18.10% | -21.30% | 5.15% | 26.07% | -3.11% | -2.05% |
An der Pandemie-Front ist es seit dem Ende des Lockdowns zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen gekommen. Es werden wieder restriktivere Massnahmen angeordnet, welche die Wirtschaftserholung gefährden könnten. In Frankreich wird beispielsweise ab September eine Maskenpflicht in den Unternehmen gelten. Ein Lockdown der Wirtschaft auf nationaler Ebene wird aber nicht erwogen.
Der S&P 500 hat inzwischen eine neue historische Bestmarke erklommen und die Börsen sehen dem Ende des Monats mit einer gewissen Gelassenheit entgegen. Beim Gold und den Edelmetallen ist es zu einigen Gewinnmitnahmen gekommen, da die Risikoneigung der Anleger wieder zugenommen hat. Das amerikanische Handelsdepartement hat am vergangenen Montag 38 Tochtergesellschaften des chinesischen Technologiekonzerns Huawei in 21 Ländern auf seine schwarze Liste gesetzt. Damit wird dessen Zugang zu Chips mit amerikanischer Technologie weiter eingeschränkt. Die Spannungen zwischen Washington und Peking sind angesichts des wieder aufkommenden Optimismus in Zusammenhang mit der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen Covid-19 jedoch in den Hintergrund gerückt. US-Präsident Donald Trump beabsichtigt, die Verfahren für die Markteinführung eines experimentellen Impfstoffs zu beschleunigen, der von der Gesellschaft Astra Zeneca in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt wurde, womit er sich natürlich auch eine positive Auswirkung auf seinen Wahlkampf erhofft. Im Weiteren hat die US-Arzneimittelbehörde FDA am Wochenende die Verwendung des Blutplasmas von geheilten Covid-Patienten als Notfallbehandlung zugelassen.
Was die Branchenallokation betrifft, hat sich das Szenario nicht verändert. Die Technologiewerte sind die Spitzenreiter. Sie profitieren von soliden Bilanzen und einem Produktportfolio, das in Zeiten von Social Distancing auftrumpfen kann. Eine der wichtigsten Komponenten der amerikanischen Börsenrally ist zweifellos Apple. Die Marktkapitalisierung des in Cupertino ansässigen Tech-Giganten hat soeben die Marke von 2 Billionen US-Dollar überschritten. Zum Vergleich: Dieser Wert entspricht der Gesamtheit des amerikanischen Finanzsektors und praktisch der doppelten Börsenkapitalisierung des SMI. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 8 und einem P/E von 38 ist das Unternehmen unbestritten sehr teuer geworden. Insgesamt scheint dieser praktisch allgemeine Höhenflug der Technologievaloren und einiger ausgewählter Aktien, wie diejenigen des Autobauers Tesla, einer Verhaltensänderung zahlreicher Anleger zu entsprechen, die sich nicht um die Fundamentaldaten scheren.
Am kommenden Donnerstag wird Fed-Präsident Jerome Powell seine traditionelle Rede am jährlichen Fed-Wirtschaftssymposium in Jackson Hole halten. Es werden Hinweise auf die Geldpolitik der US-Notenbank erwartet. Zurzeit verharren die langfristigen Zinsen – die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen liegt bei 0,64% – ungeachtet der positiven Wirtschaftsüberraschungen auf tiefem Niveau. Es überrascht daher nicht, dass im Juli-Protokoll der Fed keine dringende Änderung der Zinspolitik festgehalten wurde.
Am 5. Juli enthüllte die britische Presse die bestürzenden Ergebnisse einer Umfrage über die Arbeitsbedingungen bei Boohoo, einem in Machester, UK, ansässigen Online-Unternehmen im Bereich « Fast Fashion». Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seinen Angestellten einen Stundenlohn von £3.50 zu zahlen, der nicht einmal einem Drittel des Mindestlohns in Grossbritannien entspricht. Darüber hinaus hat der Onlinemodehändler seine Tätigkeit auch während des Lockdowns infolge von COVID-19 fortgesetzt und keine speziellen Hygienemassnahmen und auch kein Social Distancing angeordnet. Nach der Enthüllung dieser Missstände verlor der Titel rund einen Drittel an Wert.
Die Geschichte ist unschön. Noch schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass Boohoo zu den am besten benoteten Unternehmen gemäss ESG-Kriterien zählte und daher Bestandteil zahlreicher Anlagefonds war. Wie ist so etwas möglich? Ratingagenturen (wie MSCI oder Sustainalytics) bewerten die Unternehmen aufgrund einer Vielzahl von Kriterien, wobei einige stärker als andere gewichtet sind. Daher muss man sich vor diesen Ratings in Acht nehmen. Sie sind ein Ausgangspunkt, dürfen aber keinesfalls als endgültiger Beweis für Nachhaltigkeit betrachtet werden. Das Research im Bereich ESG geht weit über ein einfaches Rating hinaus, und die Anleger müssen bei der Selektion von Anlagen mit ESG-Standard vorsichtig sein.
Das Ziel einer nachhaltigen Anlage besteht darin, über die finanzielle Rendite hinaus einen positiven ökologischen und sozialen «Impact» zu generieren. Mit einer Anlage in Boohoo wurde weder das eine noch das andere erreicht.
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