Erneuter Weckruf
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Erneuter Weckruf

Flash boursier vom 25.04.2022

Das Wichtigste in Kürze

 USD/CHFEUR/CHFSMIEURO STOXX 50DAX 30CAC 40FTSE 100S&P 500NASDAQNIKKEIMSCI Emerging Markets
Letzter Stand0.961.0312'258.333'840.0114'142.096'581.427'521.684'271.7812'839.2927'105.261'075.60
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%YTD4.97%-0.35%-4.79%-10.66%-10.97%-7.99%1.86%-10.37%-17.93%-5.86%-12.70%

(Daten vom Freitag vor der Publikation)

 

Der IFW hat seine Prognosen für das globale BIP-Wachstum für dieses und nächstes Jahr erneut nach unten revidiert. Eigentlich hätte diese Aussicht auf eine Abschwächung der Wirtschaft die Anleihenmärkte stützen sollen. Aufgrund der besonders hohen (+8,5% im März in den USA) und hartnäckigen Inflation war dem dieses Mal aber nicht so. Die wichtigsten Finanz- und Rohstoffmärkte kamen unter Druck. Verantwortlich dafür waren die Angst, dass die US-Notenbank Fed die Zinsschraube kräftig anziehen wird und damit die schnellste geldpolitische Wende seit 40 Jahren vollzieht, die Befürchtungen in Zusammenhang mit den rekordhohen Covid-19-Fällen in Peking und einem massiven Lockdown nach dem Vorbild Shanghais, sowie der daraus resultierende Einbruch der weltweiten Nachfrage. So korrigierten in der vergangenen Woche die Anleihen- und Aktienindizes von Europa über Asien bis zur Wall Street. Auch die Ölpreise gaben heute Montag deutlich nach.

Die US-Notenbank Fed, die auf ihrer Sitzung im März den Weg für regelmässige, aber langsame Zinserhöhungsschritte von 0,25% geebnet hatte, hat nun die Notwendigkeit für ein aggressiveres Vorgehen ab Mai angekündigt. Sogar die Mitglieder der EZB deuteten eine mögliche Zinserhöhung in einigen Monaten an. Allein die Bank of Japan bekräftigte ihre Bereitschaft für weitere Käufe von Staatsanleihen – so viele, wie für eine weiterhin akkommodierende Geldpolitik nötig seien. Es scheint somit, als würden bei der Straffung der Geldpolitik Zinsschritte von 50 Basispunkten die ursprünglich geplanten Zinserhöhungen von 25 Basispunkten ersetzen.

Die Zentralbanken von Neuseeland und Kanada haben dies Anfang April getan. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen überschritt vergangene Woche die Marke von 2,9%, was einem Anstieg von rund 145 Basispunkten in diesem Jahr entspricht, während die Rendite für 30-jährige Anleihen auf über 3% anstieg. US-Staatsanleihen sind somit billiger, also etwas attraktiver als zuvor, aber die Realrendite (abzüglich der erwarteten Inflation) ist immer noch negativ. Die Anlegerstimmung ist derzeit auf fast allen Anleihemärkten sehr «bearish» und von hohen Abflüssen aus Anlagefonds und einer Positionierung in kurzen Laufzeiten geprägt.

Rund hundert der im S&P 500 vertretenen Unternehmen haben ihre Ergebnisse für das 1. Quartal 2022 bekanntgegeben, wobei drei Viertel die Gewinnerwartungen mit einem durchschnittlich 8% höher liegenden Ergebnis übertroffen haben. Allerdings ist der Ausblick vieler dieser Unternehmen vorsichtig oder sogar enttäuschend, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sie nicht sicher sind, ob sie die Kostensteigerungen weitergeben können. Vor allem Wachstumswerte, denen die steigenden Zinsen ohnehin schon Probleme bereiten, wurden kalt erwischt. In der vergangenen Woche war die Aktie von Netflix, die nach Bekanntgabe der Ergebnisse einen schwindelerregenden Einbruch erlitt, am stärksten betroffen. Die Prognose drastischer Abonnentenverluste – eine Premiere seit über zehn Jahren – wirkte wie ein Weckruf für alle Technologieunternehmen mit einem Abonnementkonzept, die mit der «stay at home»-Politik in Zeiten von Corona einen Höhenflug erlebt hatten.

 

Europäische Technologiewerte sehen rot

In Europa tun sich die Technologiewerte schwer, zum einen wegen der relativ geringen Gewinndynamik, zum anderen wegen der steigenden Zinsen, die hoch bewertete Aktien belasten. Der Technologieindex Stoxx 600 ist in diesem Jahr der zweitschwächste Index in Europa. Er verzeichnet eine Einbusse von rund 23%, wobei auch der Ausblick von den Analysten nicht sehr optimistisch eingeschätzt wird.

Allerdings haben einige Werte, wie beispielsweise SAP, die wie der gesamte Technologiesektor seit Jahresbeginn einen Einbruch verzeichnete (-23%), recht ermutigende Ergebnisse bekanntgegeben.

Mit der Präsentation der Ergebnisse für das erste Quartal 2022 kündigte SAP an, dass der Krieg in der Ukraine den Gewinn 2022 belasten werde, aber dass sich das Wachstum im Schlüsselsegment Cloud besser als erwartet entwickle. Mit EUR 7,1 Mrd., angetrieben durch das Geschäft mit Cloud-Software, das allein um 25% zulegte, übertraf der Umsatz die Erwartungen. Die Aussichten für 2022 stimmen mit einem Umsatz aus laufenden Verträgen von EUR 9,7 Mrd. und einem geschätzten Gewinn von EUR 8,25 Mrd. weiterhin zuversichtlich. Diese gute Performance ist entscheidend, da SAP sein Geschäftsmodell in die Cloud verlagert und diese laufende Transformation ein gutes Zeichen für die Aktie ist, trotz der negativen Auswirkungen des auf EUR 70 Mio. geschätzten Ausstiegsplans aus dem Russlandgeschäft und der Umstrukturierungskosten in Höhe von EUR 350 Mio.

 

Graph. 1.

 

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