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USD/CHF | EUR/CHF | SMI | EURO STOXX 50 | DAX 30 | CAC 40 | FTSE 100 | S&P 500 | NASDAQ | NIKKEI | MSCI Emerging Markets | |
Letzter Stand | 0.93 | 1.06 | 12'140.25 | 4'086.58 | 15'099.56 | 6'951.38 | 7'516.40 | 4'500.53 | 14'098.01 | 27'439.99 | 1'221.10 |
Trend | |||||||||||
%YTD | 1.48% | 2.18% | -5.71% | -4.93% | -4.94% | -2.82% | 1.79% | -5.57% | -9.89% | -4.69% | -0.89% |
(Daten vom Freitag vor der Publikation)
In der vergangenen Woche präsentierten sich die internationalen Aktienmärkte mit zwei unterschiedlichen Gesichtern. In Europa ging es um mehr als 1% nach unten, während es in den USA nach oben ging: Für den S&P 500 resultierte unter dem positiven Einfluss der Energie- und Konsumwerte ein Plus von 1,5%, während sich der Nasdaq um 2% erholte. Die massgeblichen Faktoren für diese Entwicklung waren die Zentralbanken, die einen restriktiven Kurs einschlagen, der anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die durchwachsenen Quartalsergebnisse der Unternehmen. Vor dem Hintergrund der steigenden Preise (Inflationsschub in Europa auf +5,1%, in die Höhe schnellender Erdölpreis) zogen die Anleiherenditen kräftig an.
Mit der Aussicht auf eine Reduzierung der Liquidität in Europa sahen sich die Anleger mit einer neuen Lage konfrontiert und verhielten sich vorsichtig. Die Bank of England hat am vergangenen Donnerstag einstimmig eine Zinserhöhung von 0,5% beschlossen, um die Inflation, die sich im April voraussichtlich auf 7,25% belaufen wird, über eine Reduzierung der Kaufkraft und ein in der Folge geringeres BIP-Wachstum zu senken. Im Weiteren sollen die Anleihen aus dem QE-Programm bei deren Fälligkeit nicht reinvestiert werden. Die EZB fährt ihr langfristiges Refinanzierungspaket (LTRO) weiter zurück, hält aber trotz der rekordhohen Inflation an ihren tiefen Zinsen und ihrer Strategie fest. Sie argumentiert, dass die Preissteigerung zur Hälfte auf die Verteuerung der Energie zurückzuführen sei. Obwohl es somit keine drastische Straffung der Geldpolitik geben wird, schloss Christine Lagarde je nach Entwicklung der Wirtschaftszahlen die Möglichkeit einer Zinserhöhung im laufenden Jahr jedoch nicht mehr ausdrücklich aus. Der Euro legte gegenüber dem USD auf 1.14 zu, was sich belastend auf die Exportwerte auswirkte.
Der robuste Arbeitsmarktbericht für den Monat Januar weckte die Befürchtung, dass die US-Notenbank aggressivere Zinsschritte einleiten könnte, um die Inflation zu bremsen, insofern der Arbeitsmarkt kein Problem mehr darstellt. In der Tat: Mit der Schaffung von 467’000 neuen Stellen wurden die Konsenserwartungen von 150’000 bei weitem übertroffen, und die Zahlen für die Monate November und Dezember wurden stark nach oben korrigiert. Der durchschnittliche Stundenlohn schnellte um 0,7% auf USD 31.60 an, was die Befürchtung einer aggressiveren geldpolitischen Straffung durch die Fed zur Vermeidung einer Preis-Lohn-Spirale weiter anheizte. Aber selbst dann sollte es nicht unbedingt zu einem Melodrama kommen. Höhere Zinsen bedeuten nicht unbedingt, dass sich die Börsenkorrektur akzentuieren wird, falls sie von einem ausreichend soliden Wirtschaftswachstum begleitet werden.
Was die Quartalsergebnisse der Unternehmen anbelangt, so sind die Umsatz- und Gewinnzahlen insgesamt relativ gut, während es gleichzeitig zu teils heftigen Korrekturen der Börsenkurse gekommen ist. Da die Perspektiven für das erste Quartal 2022 als nicht ausreichend gut befunden wurden, haben einige FAANGs, wie Netflix und Meta Platforms (Facebook), viel von ihrem Glanz verloren.
Trotz der mit Covid-19 verbundenen Herausforderungen wie unterbrochene Produktionsketten, Arbeitskräftemangel und steigende Kosten präsentierten die sogenannten FAANG (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) für 2021 sowohl kollektiv als auch einzeln betrachtet eine eindrückliche finanzielle Performance. Gemeinsam erzielten sie einen Umsatz von USD 1,4 Billionen, mehr als das BIP Australiens, und erwirtschafteten Gewinne in Höhe von USD 320 Milliarden. Die Anleger befürchten nun, dass sich dieser Trend nicht fortsetzen kann, weshalb jedes Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung vor dem Hintergrund steigender Zinsen zu einer massiven Korrektur an den Börsen führt. Aber sind diese Befürchtungen auch wirklich berechtigt?
Besonders stark scheint das Misstrauen gegenüber Meta Platforms (Facebook) zu sein, nachdem das Unternehmen am vergangenen Donnerstag seine Ergebnisse für das vierte Quartal 2021 veröffentlicht hatte. Der Börsenkurs brach um 26% ein, nachdem bekannt wurde, dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zwar immerhin um 20% gestiegen war, die Gewinne jedoch rückläufig waren. CFO David Wehner ist es sich gewohnt, alarmistische Töne anzuschlagen, und gibt sich bei den Ergebnispräsentationen jeweils vorsichtig. Dieses Mal war der Alarm mit dem Rückgang der aktiven Nutzer, den Auswirkungen der Datenschutzpolitik von Apple, durch die Facebook angeblich Einnahmen in Höhe von USD 10 Milliarden entgangen sind, und der Konkurrenz von Tiktok jedoch nicht unberechtigt.
Die Prognose für das nächste Quartal mit einem Wachstum von 3 bis 11% liegt unter den Konsenserwartungen. Die Aktie von Meta Platforms wird auf Grundlage der geschätzten Gewinne für 2022 zurzeit mit einem P/E von rund 19 gehandelt. Das ist relativ günstig für ein Unternehmen, das regelmässig ein zweistelliges Umsatzwachstum ausgewiesen hat.
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