Die Geschichte wiederholt sich nach 60 Jahren
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Die Geschichte wiederholt sich nach 60 Jahren

Flash boursier vom 28.02.2022

Das Wichtigste in Kürze

 USD/CHFEUR/CHFSMIEURO STOXX 50DAX 30CAC 40FTSE 100S&P 500NASDAQNIKKEIMSCI Emerging Markets
Letzter Stand0.931.0411'987.313'970.6914'567.236'752.437'489.464'384.6513'694.6226'476.501'171.99
Trend
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
%YTD1.46%0.57%-6.90%-7.62%-8.29%-5.60%1.42%-8.00%-12.47%-8.04%-4.87%

(Daten vom Freitag vor der Publikation)

 

Mit dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine war die vergangene Woche an den Finanzmärkten besonders turbulent. Die russische Börse verzeichnet ein neues historisches Tief mit einem Absturz von 45% an einem einzigen Tag – das gab es noch nie zuvor. Wir erlebten in dieser Woche eine Neuauflage der Geschichte vor 60 Jahren, als die Amerikaner 1961 versuchten, das Regime von Fidel Castro auf Kuba zu stürzen, da sie die Vorstellung von russischen Stützpunkten in einer Entfernung von weniger als 200 Kilometern von Florida nicht akzeptieren wollten.

Geschehen und Stimmung in der vergangenen Börsenwoche lassen sich deutlich in zwei Phasen einteilen: In einer ersten Phase gerieten die Börsen aufgrund der überraschenden Invasion und der Ungewissheiten in Zusammenhang mit der Reaktion des Westens bis am Donnerstag zu Beginn der Börsensitzung stark unter Druck. Als in der Folge die ersten Sanktionen angekündigt wurden, die insgesamt weniger hart als erwartet ausfielen, drehte der Markt nach oben und die USA verzeichneten ausgehend vom Tiefststand am Donnerstag eine Rally von über 6,5%. Da die westlichen Regierungen beschlossen, dass es keine militärische Intervention geben würde, wurden die Sanktionen zur einzigen Messlatte, an der die Auswirkungen der Ereignisse auf die Wirtschaft gemessen werden konnten.

Wir sind der Ansicht, dass ungeachtet der Bescheidenheit, die uns in diesem Zusammenhang mit den Vorhersagen in Bezug auf die weitere geopolitische Entwicklung angemessen erscheint, die Dinge auseinandergehalten werden müssen. So gibt es einerseits die Rhetorik der einzelnen Staaten, die sich zu positionieren versuchen, und andererseits die Interessen dieser Staaten und die Beobachtung der Marktindikatoren.

Die langfristigen Renditen haben sich sowohl in den USA als auch in Europa praktisch nicht verändert, und dasselbe gilt für die Hochzinsanleihen. An den Devisenmärkten verharrten die Schwankungen zwischen Euro und Dollar in den Bandbreiten der vergangenen Monate. Allein die Volatilität an den Aktienmärkten hat zugenommen, was unter diesen Umständen völlig normal ist. Die westlichen Länder haben versucht, ihren eigenen Interessen bei den auferlegten Sanktionen so weit wie möglich Rechnung zu tragen. Daher wurden die russischen Gas- und Erdölexporte bis jetzt nicht ins Visier genommen.

Die Auswirkungen der Sanktionen auf das russische Finanzsystem und die Einschränkungen, die der russischen Zentralbank hinsichtlich ihres Handlungsspielraums auferlegt werden, sind der heikelste Punkt dieser Massnahmen. Die russische Zentralbank könnte bei der Verteidigung des lokalen Finanzsystems teilweise behindert werden, was sich auf die russischen Ersparnisse auswirken würde. Heute Morgen hat die russische Zentralbank ihren Leitzins von 9,5% auf 20% angehoben, um dem Zerfall des Rubels entgegenzuwirken und Abhebungen der Sparer zu verhindern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Beobachtung der wichtigsten Marktindikatoren, d.h. der Zinssätze der westlichen Regierungen, derzeit keinen besonderen Stress erkennen lässt. Wir glauben, dass die Sanktionen, die de facto beide Seiten beeinträchtigen, die Parteien an den Verhandlungstisch zurückbringen werden, denn wie Charles de Gaule sagte: Staaten haben keine Freunde, sie haben nur Interessen.

 

Swiss Re

Obwohl der Schweizer Rückversicherer keine roten Zahlen mehr schreibt, hat er mit den für 2021 publizierten Ergebnissen den Markt enttäuscht. Swiss Re schloss das Geschäftsjahr 2021 mit einem Reingewinn von USD 1,44 Mrd. gegenüber einem Verlust von USD 878 Mio. im Jahr 2020. In einem von Naturkatastrophen und einer Pandemie geprägten Jahr ist diese Entwicklung als beachtliche Erholung zu werten. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse stürzte die Aktie jedoch ab, da die Anleger mit einem Gewinn von USD 1,88 Mrd. gerechnet hatten und sich enttäuscht zeigten. Die angekündigten neuen Ziele, die Eigenkapitalrendite (RoE) bis 2022 auf 10% und bis 2024 auf 14% zu steigern, vermochten die Märkte nicht zu überzeugen.

Die guten Zahlen stammen aus dem Schaden-Rückversicherungs-Geschäft (P&C) und der Direktversicherung für Unternehmen (Corso), welche die Erwartungen um mehr als 5% übertrafen, obwohl u.a. in Zusammenhang mit dem Hurrikan Ida und den Überschwemmungen in Europa Entschädigungszahlungen von USD 2,1 Mrd. geleistet wurden. Die Leben- und Health-Sparte (L&H) hingegen verpasste das Jahr aufgrund von Covid und verzeichnete einen Verlust von USD 523 Mio.

Darüber hinaus wurde die RoE im Jahr 2021 auf 5,7% gegenüber -3,1% im Jahr 2020 verbessert; sie liegt aber immer noch deutlich unter dem Ziel des Zyklus 2013-2018 mit 7%. Bei den Vertragserneuerungen im Januar ist es dem Rückversicherer jedoch gelungen, seine Preise um 4% zu erhöhen und seine Ziele für 2024 zu steigern. Was die Dividende betrifft, so bleibt sie unverändert bei CHF 5.90 pro Aktie. Der Konzern zieht es vor, seine liquiden Mittel für den Ausbau seiner Aktivitäten im Lebensversicherungsbereich einzusetzen.

In Bezug auf den russisch-ukrainischen Konflikt beteuerte der Finanzchef, dass Swiss Re weder im Rückversicherungsgeschäft noch in Bezug auf Investitionen in Russland oder der Ukraine exponiert sei.

 

Graph. 1.

 

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